Deutsche Meisterschaften im Rollkunstlaufen
Bronzemedaille für Josefine Melcher
Auf der Deutschen Meisterschaft die Bronzemedaille um den Hals hängen zu haben, war eigentlich „nur“ ein Traum der Harsefelder Rollkunstläuferin Josefine Melcher. Nun ist er wahr geworden.
In der vergangenen Woche kämpften Deutschlands Rollkunstläuferinnen in Ober-Ramstadt um den Meistertitel. Josefine Melcher vom TuS Harsefeld fuhr mit gemischten Gefühlen nach Hessen. Die Endphase des Trainings lief gut, doch ein Blick auf die Starterliste brachte zitternde Knie. Zwar gingen weniger Läuferinnen an den Start als letztes Jahr, dennoch war die Meisterklasse Damen hochkarätig besetzt. Da war auf den ersten Blick wenig Chance auf einen vorderen Platz. „Zeig was du kannst und dann schauen wir, ob du dich wieder im Mittelfeld einordnen kannst“ war die Devise von Trainerin Nina Zöllner. Die erneute Nominierung für den Interland Cup war das Ziel des Harsefelder Teams, Platz 5 oder 6 musste her. Und dieses Ziel schien schwerer zu erreichen als letztes Jahr.
Das Training vor Ort verlief dann beruhigend stabil, sodass Josefine sich für die Kurzkür gut gerüstet fühlte. Ein zweiter Fuß auf dem Boden bei der Landung des Doppelaxels sowie eine kleine Unsauberkeit in der Kombination mit dem dreifachen Salchow brachten ihr mit einer ansonsten fehlerfreien Vorstellung vorerst einen zufriedenstellenden 5. Rang ein. Viele Insider hatten sie schon hier auf Platz 4 gesehen.
Am Tag darauf ging es in die Kür, mit der nun noch ein Platz gut gemacht werden sollte. Einen einzigen Sturz beim dreifachen Lutz musste Josefine hinnehmen. Ansonsten zauberte sie sichere Dreifachsprünge, gute Pirouetten und ein viel gelobten Ausdruck in der Choreographie auf das Parkett. Diese Mal ließen sich auch die Wertungsrichter überzeugen und gaben dafür Noten bis 8,5. Eine gute Vorlage, aber nun mussten noch sechs weitere Läuferinnen ihr Können zeigen. Jede von ihnen mit ähnlich hochkarätigem Potential. Aber eine Favoritin nach der anderen stürzte. Und plötzlich sah sich Josefine Melcher auf Platz drei. Nur die Berlinerin Monika Lis konnte sich mit starker Vorstellung klar davor setzen. Die Hessin Verena Preis bot dann auch nochmal eine Zitterpartie. Ihr Vorsprung aus er Kurzkür reichte, um sich ganz knapp vor Josefine Melcher zu setzen.
Mehr als „Das ist unglaublich!“ konnte Josefine kurz nach der Veröffentlichung des Endergebnisses nicht sagen. Sie war überwältigt. Nach so vielen Jahren Trainingsfleiß wirklich ein schöner Erfolg für Josefine.
Eine Woche Pause gönnt Nina Zöllner ihrem Schützling, dann soll das Training aber wieder aufgenommen werden, denn im Oktober geht es zum internationalen Kürwettbewerb, dem Interland Cup, nach Belgien gehen, wo Josefine ihre Leistung von der DM wiederholen will.